DIE FERDINAND KRAMER®-KOLLEKTION | e15.com

DIE FERDINAND KRAMER®-KOLLEKTION

DIE FERDINAND KRAMER®-KOLLEKTION

Die Ferdinand Kramer®-Kollektion ist eine außergewöhnliche Kollektion von Reeditionen des bekannten Architekten und Designers der Moderne Ferdinand Kramer. In enger Zusammenarbeit mit Kramers Familie und den Archiven entstanden, präsentiert e15 zwölf ikonische Entwürfe aus den verschiedenen Schaffenszeiten des deutschen Architekten, angefangen von 1925 bis 1959.


DIE WIEDERENTDECKUNG EINES AVANTGARDISTEN

Pharmazeutisches Institut Hoersaal-Eingang

Pharmazeutisches Institut, Hörsaal- und Laborgebäude, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main; Foto: Paul Förster, 1957, Kramer Archiv

 

Als Ferdinand Kramer das viel zu enge, neobarocke Eingangsportal der Johann Wolfgang Goethe-Universität durch einen großen, gläsernen Eingangsbereich ersetzen lässt, sorgt er im Frankfurt der Nachkriegszeit für einen Eklat. Doch mit diesem programmatischen Eingriff will der Architekt, der die Nazizeit selbst in der Emigration verbracht hatte, ein Symbol für einen demokratischen Neuanfang und die gesellschaftliche Öffnung der Universität setzen.

 

Uni FFM Hoersaal-Neubau am Juegelhaus

Hörsaal, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main; Foto: H. Schwöbel, 1958, Kramer Archiv

 

Kramer war 1952 aus den USA zurückgekehrt, um als Baudirektor der Universität den Neuaufbau zu leiten. Mit seinem Team konzipiert er 23 Universitätsgebäude, entwirft aber auch alle Innenausbauten, Möbel, ja sogar die Beschriftung der neuen Bauten. Seine Möbel, Türen, Tür- und Fenstergriffe, Fensterbänke, Sitzbadewannen und Leuchten machten damals gute und langlebige Gestaltung auch für Geringverdienende erschwinglich. Wegen seines sozialorientierten Werkes gilt Ferdinand Kramer heute fraglos als einer der bedeutendsten Architekten und Designer sowohl der frühen Moderne als auch der Nachkriegsmoderne.

 

Mensa Senckenberg-Anlage, Schwaebel

Mensa, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main; Foto: H. Schwöbel, 1963, Kramer Archiv

 

 

ZWECKMÄSSIGKEIT UND ELEGANZ

Zeichnung des Tisches „Frankfurt“ von Ferdinand Kramer, Kramer Archiv


Ferdinand Kramers vielfältige Möbelentwürfe sind Zeugnisse seiner verschiedenen Schaffensperioden: Die Möbel und Objekte, die er ab 1925 für die Siedlungsbauten des „Neuen Frankfurt“ entwickelt, sind präzise verarbeitete, hoch moderne, funktionale, langlebige, einfache und klare Gebrauchsgüter, die für jedermann erschwinglich sind. Entwürfe wie die „Knock-Down“-Möbel, die während seines USA-Exils in New York entstehen, spiegeln seine Auseinandersetzung mit einer neuen Welt. Doch obwohl sie spielerischer und auffälliger anmuten als die meisten seiner Frankfurter Entwürfe, zeichnen sie sich doch immer auch durch intelligente Materialausnutzung, Flexibilität und Kombinierbarkeit aus. Die Entwürfe schließlich, die er ab 1952 für die Hörsäle, das Mensagebäude, die Bibliothek, für Büros oder Dozentenwohnungen der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität konzipiert, wirken auf den ersten Blick rein zweckrational und auf die praktischen Erfordernisse im Nachkriegsdeutschland ausgerichtet. Dennoch zeugen sie immer auch von Kramers Empfinden für ausgewogene Proportionen, einen wohlüberlegten Materialeinsatz und eine daraus resultierende Eleganz der Form.

Zeichnung der Knock-Down-Couchtische „Calvert“ und „Charlotte“ von Ferdinand Kramer, Kramer Archiv



DIE FERDINAND KRAMER®-KOLLEKTION VON E15

 FK01 Theban, Liege, 1925

 

FK02 Karnak, Stuhl, 1925                                                                                                FK02 Karnak, Stuhl, 1925 und FK03 Aswan, Hocker, 1925

 

Aus Kramers umfangreichem Werk wurden für die Ferdinand Kramer®-Kollektion von e15 bewusst solche Objekte ausgewählt, die als besonders prägnante und gelungene Entwürfe seiner jeweiligen Schaffenszeit gelten können. So stehen die Flechtmöbel, die Kramer 1925 für das „Neue Frankfurt“ entwarf, für die Suche nach unaufdringlichen und alltagstauglichen Formen, die heute wieder durch ihre elegante Einfachheit bestechen. Aus Kramers Schaffenszeit in den USA stammt der 1942 nach dem „Knock-Down“-Stecksystem konzipierte Tisch ALDEN, der nun von e15 in unterschiedlichen Maßen als Esstisch aufgelegt wird.

FK06 Alden, Tisch, 1942 / 2012

FK07 Frankfurt, Tisch, 1959

Ebenfalls zu den „Knock-Down“-Möbeln, die während ihrer Erstproduktion in den USA überaus erfolgreich waren, zählen Kramers variable und vielfältig einsetzbare Beistelltische von 1951. Die Garderobe von ca. 1952 und der Metalltisch von 1959, die Kramer für die Frankfurter Universitätsbauten entwarf, geben Zeugnis davon, wie wichtig ausgewogene Proportionen für die Wahrnehmung eines Entwurfes sind. Trotz ihrer Einfachheit vermitteln sie in allen Details Ausgewogenheit und Eleganz. Die verschiedenen Objekte der Ferdinand Kramer®-Kollektion vermitteln so einen Überblick über die unterschiedlichen Schaffensphasen und bilden die große gestalterische Vielfalt eines der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts ab.

FK04 Calvert und FK05 Charlotte, Couchtische, 1951


 

Beistelltisch FK12 Fortyforty, 1945

 

Sofa FK09 Westhausen, 1926 und Sessel FK10 Weissenhof, 1926

 

Liege FK12 Senckenberg, 1952

 

 

ÜBER FERDINAND KRAMER

Ferdinand Kramer; Foto: Kramer Archiv, 1930


Ferdinand Kramer wird 1898 in Frankfurt am Main geboren. 1916 beginnt er sein Architekturstudium in München. 1919 sucht er das Bauhaus in Weimar auf, kehrt jedoch nach wenigen Monaten enttäuscht über die fehlende reguläre Architekturausbildung nach München zurück. Walter Gropius bedauert seinen Weggang in einem mehrseitigen handgeschriebenen Brief. Nach Abschluss seines Studiums an der TH München 1922 entwirft Kramer Kleinmöbel und weitere Gebrauchsgegenstände wie den berühmten „Kramer-Ofen“. Er hält Vorlesungen und nimmt an der Ausstellung „DIE FORM“ (1924) teil. Ab 1925 ist er unter Ernst May beim Städtischen Hochbauamt Frankfurt tätig, wo er zahlreiche Möbel und Gebrauchsgegenstände für die Siedlungsbauten des „Neuen Frankfurt“ entwirft, aber auch an der Planung der Laubenganghäuser der Siedlung „Westhausen“ beteiligt ist. Daneben entwirft er auch Möbel für Thonet. Ab 1930 ist Kramer als selbständiger Architekt tätig. Wegen der Modernität seiner Entwürfe und wegen seiner jüdischen Ehefrau Beate Kramer, geb. Feith, wird er während der Nazizeit aus der „Reichskammer der bildenden Künste“ ausgeschlossen und mit Berufsverbot belegt. 1938 folgt Kramer seiner Ehefrau in die USA, wo er in Architektur- und Designbüros arbeitet, bevor er 1940 als Architekt zugelassen wird. Dennoch arbeitet Kramer in New York vorwiegend als Designer: Er entwickelt progressive Warenpräsentationssysteme für Kaufhäuser, eine transportable elektrische Miniküche, seine erfolgreichen „Knock-Down“-Möbel zum Selbst-Zusammenbauen, aber auch seinen berühmten Wegwerfregenschirm „Rainbelle“.

 

Philipp Mainzer zur Ferdinand Kramer®-Kollektion

 

„Suzie Joyce of Pearls Videos“

 

Zum Baudirektor der Johann Wolfgang Goethe-Universität berufen, kehrt Kramer 1952 nach Frankfurt zurück und plant dort die Universitätsbauten bis ins kleinste Detail und prägt damit das Erscheinungsbild der Frankfurter Universität nachhaltig. 1961 heiratet er seine zweite Frau Lore Kramer, geb. Koehn; aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. Ab 1964 führt er seine Arbeit im eigenen Büro fort und plant unter anderem Frankfurts Stadt- und Universitätsbibliothek. Kramer ist eng mit Persönlichkeiten wie dem Sozialphilosophen Theodor Adorno oder der Künstlerin Charlotte Posenenske befreundet. Kramers Werk wird noch zu Lebzeiten mit zahlreichen Preisen, Ehrungen und Auszeichnungen gewürdigt. 1982/83 wird es erstmals in einer Einzelausstellung im Berliner Bauhaus-Archiv präsentiert. Kramer stirbt 1985 in seinem Geburtsort Frankfurt am Main. Neben weiteren Ausstellungen wird in den 1990er Jahren die um fassende Kramer-Retrospektive „Der Charme des Systematischen“ in Zürich, Frankfurt, Dessau und München gezeigt. Obwohl Ferdinand Kramer heute als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne gilt, ist die Zukunft seiner denkmalgeschützten Frankfurter Universitätsbauten ungewiss, da der Campus aufgelöst wurde. 2012 bringt e15 mit der Ferdinand Kramer®-Kollektion erstmals Reeditionen von Kramers wegweisenden Möbelentwürfen auf den Markt, die in enger Zusammenarbeit mit Kramers zweiter Frau reeditiert werden. Sie kennt seine Entwürfe wie kaum jemand anderes.

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